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Haß und Verachtung

Man stelle sich vor, jemand würde von fast seinem gesamten Umfeld gehaßt werden und das an jedem einzelnen Tag im Jahr. Wie kommt das zustande, würde man sich fragen. Man würde meinen, daß er vielleicht einfach ein schrecklicher Mensch sein müßte, vielleicht jemand, der seine Mitmenschen grundsätzlich schlecht behandelt oder andere schreckliche Dinge tut, vielleicht abscheulichste Schandtaten begangen hat. Was wäre aber, wenn das tatsächlich nicht der Fall wäre? Wenn dieser Mensch tatsächlich nichts Schreckliches getan hätte und auch sonst eigentlich eher ein durchschnittlicher Bürger wäre. Es gäbe eigentlich keinen Grund so jemandem von vornherein und ohne einen weiteren Grund einen generellen Haß und eine generelle Verachtung entgegen zu bringen.

Ist diese Vorstellung nun also völlig unrealistisch? Naja, in dieser Form vielleicht teilweise schon, aber auch nicht völlig. Tatsache ist, daß sich viele pädoophil veranlagte Menschen heute in einer ähnlichen Situation befinden. Sicherlich ist sie nicht ganz so extrem, da die meisten ihre Neigung geschickt vor ihrer Umwelt zu verbergen wissen (müssen) und so oft nicht weiter auffallen, allerdings besteht trotzdem doch ein potentieller Haß von vielen anderen Menschen, der erstmal lediglich auf ihrer sexuellen Orientierung beruht. Niemand sucht sich seine Neigung aus und viele Neigungen wie etwa die Homosexualität im Allgemeinen oder auch Vorlieben wie S/M-Spiele sind heute zumindest teilweise schon gesellschaftlich akzeptiert - jemandem, der aber eine pädophile Neigung hat, schlägt von seiner Geburt an (oder vielleicht auch erst ab dem Zeitpunkt in der Kindheit oder der Pubertät, wo sie das erste Mal auftritt) eine gesellschaftliche Verachtung seiner Person entgegen - und daß schon ohne, daß er irgendetwas bestimmtes getan hätte, irgendwelche anderen negativen Charaktereigenschaften hätte und auch ohne, daß er die Chance hätte etwas daran zu ändern.

Für homosexuelle Jugendliche gibt es heute sogar schon richtige Beratungsangebote - ein Jugendlicher, der eine pädophile Neigung bei sich bemerkt, hat allerdings oftmals niemanden, mit dem er darüber sprechen könnte und der ihm helfen könnte einen Weg zur Selbstakzeptanz zu finden. Vielmehr steht ihm ein Leben bevor, in dem er einen Teil von sich stets vor anderen wird verstecken müssen, da ihm sonst besagte generelle Verachtung entgegengebracht würde, ja oftmals sogar seine Menschlichkeit abgesprochen werden würde. Wie gesagt, schon ohne, daß er irgendetwas getan hätte.

Wo sind da die Werte, die wir in unserer westlichen Gesellschaft sonst immer so sehr zu schätzen wissen? Was ist mit der Gleichheit aller Menschen, was ist mit der menschlichen Würde? Ist dies wirklich ein Zustand, den wir so gutheißen können?
2.4.07 18:10
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


tinka / Website (22.6.09 05:11)
Pädophile auf dem Weg zur Selbstakzeptanz zu untertsützen wäre meiner Meinung nach schlicht und einfach falsch. Es ist falsch wenn erwachsene Menschen auf Kinder stehen. Das mit Homosexualität zu vergleichen ist lächerlich. Jeder Pädophile wird sich früher oder später an einem Kind/Kindern vergehen. Er wird Rechtfertigungen suchen oder ein Kind das "zustimmt" weil Kinder solche Situationen einfach nicht einschätzen können. Such dir einen Therapeuten und lass dich behandeln. Du kannst es so lange schön reden wie du willst, es ist und bleibt (psychisch)krank. Es ist widerlich wenn Leute wie du "die schöne Seite" versuchen zu finden um das Verachtenswerteste der Welt zu rechtfertigen. Unterstützung nur dann, wenn es darum geht sich behandeln zu lassen. Alles andere kann meiner Meinung nach nur verurteilt werden .


Greeny / Website (23.6.09 21:15)
Hallo tinka und danke für deinen Kommentar! Es freut mich, wenn jemand hier seine Sichtweise postet.

Du schreibst, es sei falsch, wenn erwachsene Menschen auf Kinder stehen. Wie kann aber die Neigung an sich, die sich niemand ausgesucht hat, falsch sein? Ich denke, man muss immer zwischen Neigungen und Handlungen unterscheiden. Eine Neigung an sich ist einfach da, sie ist für sich genommen weder moralisch gut oder schlecht. Das ist, so denke ich, eine wichtige Unterscheidung, die man machen sollte.

Weiter bezeichnest du Pädophilie als (psychische) Krankheit, die man behandeln lassen sollte. Fakt ist hierbei aber, dass Pädophilie keine Krankheit im herkömmlichen Sinne ist, die durch Medikamente oder andere Mittel und Wege "geheilt" werden kann. Es ist eine von zahlreichen sexuellen Neigungen, die man als psychische Krankheit (wie auch einige andere Paraphilien) kategorisieren kann oder auch nicht. Das ist letztendlich Definitionssache, ändert aber nichts an ihrer Natur. "Heilen" kann man sie nicht, nur damit umgehen. Homosexualität wurde früher auch unter den Paraphilien gelistet und ist ebenso wenig "heilbar", deshalb der Vergleich.

Zudem muss ich dir auch darin widersprechen, dass sich jeder Pädophile früher oder später an einem Kind/Kindern vergehen würde. Das ist eine einfache Behauptung, die nicht durch Fakten untermauert ist. Ich kann ja erstmal nur für mich sprechen, aber persönlich habe ich mich sehr gut unter Kontrolle und kann mich bewusst für oder gegen Handlungen entscheiden - das ist ja auch nichts besonderes, so dürfte es wohl den meisten Menschen gehen.


Greeny / Website (23.6.09 21:15)
In Berlin gibt es aber an der Charité ein interessantes Projekt, welches sich speziell an Pädophile richtet, die von der Angst geplagt werden, die Kontrolle über die eigenen Handlungen verlieren zu können. Das Projekt gibt es seit mehreren Jahren, es soll präventiv wirken und vermittelt u.a. einige der Punkte, die ich gerade genannt habe: Es gilt immer zwischen Neigung und Handlung zu unterscheiden, zudem ist es wichtig, dass man als Pädophiler seine Neigung selbst akzeptiert. Das ist zum einen für das eigene Wohlbefinden essentiell, zum anderen aber gerade auch, um verantwortungsvoll handeln zu können. Wenn man seine eigene Neigung verdrängt oder sich deswegen schlecht fühlt, beschäftigt man sich nicht richtig damit, was u.U. in nicht durchdachten Handlungen resultieren könnte.

Deshalb sollte die Akzeptanz von Pädophilen als vollwertige Menschen ein wichtiges Ziel unserer Gesellschaft sein. Zum einen aus menschlich-ethischer Sicht, denn man darf niemanden allein auf Grund seiner Neigungen verachten und ausgrenzen. Zum anderen führt ein Auflösen dieses Tabus aber auch zu einem offeneren Umgang mit der Thematik. Wenn Pädophile offen mit ihrer Neigung leben und darüber reden könnten, würde das dazu führen, dass sowohl die Pädophilen als auch die Gesellschaft sich mehr mit der Thematik auseinandersetzen würden, ethisch einwandfreies Verhalten diskutiert und aufgezeigt werden könnte. Gerade für jugendliche Pädophile wäre es sicherlich gut, wenn sie nicht ganz auf sich allein gestellt wären, um einen sinnvollen Lebensweg für sich zu finden. Letztendlich würden alle davon profitieren, sowohl die Pädos, als auch die Kinder - denn gesellschaftliche Auseinandersetzung mit einem Thema führt auch zu durchdachterem und verantwortungsvollerem Verhalten.

Tabuisierung und Unterdrückung führt hingegen dazu, dass Pädophile weiterhin gesellschaftlich ausgegrenzt werden und oftmals auf sich allein gestellt sind.

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