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Verbote, Verschärfungen und Strafen

Wie auf Spiegel Online zu lesen ist:
Der Bayer [Günther Beckstein (CSU)] fordert "Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe" für jeden, der grausame Computerspiele "verbreitet, einer Person unter 18 Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder herstellt, bezieht, liefert, [...], anbietet". Niedersachsen [Uwe Schünemann (CDU)] hingegen will im Grundsatz "bis zu zwei Jahre Haft oder Geldstrafe". Der bestehende Strafrechtspraragraf 131 soll nicht verändert, sondern ergänzt werden durch einen Absatz mit konkretem Bezug auf Computerspiele, "bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist".

Denkbar ist nach dem niedersächsischen Entwurf ein Zusatzabsatz, der Besitz und Nutzung von Killerspielen unter Strafe stellt. Wer sie sich beschaffe oder solche Spiele anwende, "wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft".

Bei solchen Meldungen habe ich das Gefühl, daß sich eine Verbotsmentalität in der deutschen Politik immer mehr ausbreitet. Anstatt sich sachlich mit aktuellen Problemen zu beschäftigen, sucht man verzweifelt nach Sündenböcken, auf die man dann mit knallharten Verboten und Strafverschärfungen reagieren kann. Ich halte so ein Vorgehen allerdings für etwas zu einfach gedacht und zudem für äußerst populistisch.

Momentan ist in Deutschland ja, wie wohl allgemein bekannt sein dürfte, der Besitz von Kinderpornographie verboten. Dies wird nächstes Jahr voraussichtlich auf sogenannte Jugendpornographie ausgeweitet, womit dann auch der Besitz von Pornographie mit Personen bis zu einem Alter von 17 Jahren höchst strafbar wäre.

Sollte das "Killerspiele-Verbot" in dieser nun vorgeschlagenen Form durchgesetzt werden, wäre entsprechend dann wohl der Besitz der meisten Ego-Shooter ebenso illegal, außerdem vermutlich auch der Besitz einer Reihe weiterer Spiele.

Witzig ist dabei, daß diesmal sogar ein Niedersachse den Vorschlag eines CSU-Politikers in seiner Schärfe noch überboten hat. Ich frage mich aber auch, was dann wohl als nächstes kommt. Vielleicht weitet man die Verbote noch auf Spielfilme aus und verbietet dann auch den Besitz und das Ansehen von sogenannten "gewaltverherrlichenden Spielfilmen". Damit dürfte dann so mancher international angesehener Klassiker bei uns vollends in die Illegalität wandern. Oder aber man weitet die Kinder- und Jugendpornographie-Paragraphen weiter aus. In den USA geht es ja nun schon reinen Modeling-Bildern an den Kragen, vielleicht könnte man sich aber hier auch noch Spielfilme vornehmen. In dem oscar-prämierten Film "American Beauty" träumt z.B. ein verheirateter Mann davon Sex mit der 17jährigen Cheerleader-Freundin seiner Tochter zu haben. In einer Szene sind dabei sogar ihre nackten Brüste zu sehen, nachdem er ihr Hemd geöffnet hat. Eigentlich gehört solch üble Jugendpornographie doch eindeutig verboten.

Sicherlich sind solche Szenarien etwas übertrieben, aber es ist schon traurig, daß sie bei den aktuellen Verbotsfantasien einiger Politiker deutlich weniger utopisch als noch vor ein paar Jahren wirken.
15.12.06 13:18
 


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