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This Is Love

Brandneu in den deutschen Kinos: "This Is Love" von Matthias Glasner. Nachdem mich ein anderer Boylover auf diesen Film aufmerksam gemacht hatte, war mein Interesse geweckt. So hielt ich mir den gestrigen Tag extra komplett frei und scheute weder Mühe noch Kosten, um zu einer Premierenvorstellung des Films anzureisen, bei der zudem auch noch Regisseur und Hauptdarstellerin anwesend waren.

Zunächst jedoch ein Hinweis: Wer selbst vor hat den Film zu sehen und ihn möglichst unvoreingenommen auf sich wirken lassen möchte, sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen.

Was mir zum Umgang mit der Thematik der Pädophilie im Film positiv aufgefallen ist, ist die Art und Weise wie sie hier dargestellt wird. Zum einen wird ein Pädophiler hier als Mensch mit vielen Arten von Gefühlen gezeichnet, zum anderen ist die Pädophilie nicht der Mittelpunkt des Films (der weder mahnend noch aufklärend sein will), sondern einfach ein Teil im Leben von einem der beiden Hauptcharaktere. Zumindest in der Kunstszene scheint sich eine differenziertere Sichtweise, die Pädophile nicht als schwarz-weiß gezeichnete Bilderbuchmonster, sondern als Menschen mit Gefühlen erkannt hat, langsam immer mehr durchzusetzen. Das führt zwar nicht zu Filmen, die wehement die Akzeptanz von Pädophilen fordern, ist aber zumindest ein (kleiner) Schritt in eine richtige Richtung.

Der Film an sich dreht sich ansonsten viel mehr um die Kehrseiten der Liebe, die nicht immer nur romantisch und schön ist, sondern für viele Menschen oft Leid in verschiedenen Variationen bedeutet. Das Bild eines Mannes, der sich in Kinder verliebt und dadurch nie ein erfülltes Liebes- und Sexualleben hat, so Regisseur Matthias Glasner, dient hier als Metapher für jegliche Art von gescheiterter Liebe und dem damit verbundenen Schmerz sowie den Depressionen. Im Film scheitern die Hauptcharaktere an ihren Lebensumständen - sehr interessant dazu Glasners Anmerkung, dass er überzeugt ist, dass es aber viele Menschen und auch Pädophile gibt, die mit solchen Situationen besser umgehen können.

Allgemein war die Diskussion nach der Filmvorführung sehr anregend und interessant - und auch sehr amüsant, da die Anwesenden sehr offen plauderten und man z.B. erfahren konnte, dass das Experimentieren mit Alkohol nicht nur für die Charaktere im Film, sondern auch bei den Dreharbeiten eine größere Rolle spielte.

Zur Pädothematik gab es aus dem Publikum auch auffallend wenig kritische Stimmen, hauptsächlich bestanden diese aus der Kritik einer Dame, die sich sehr daran störte, dass das Mädchen im Film bei ihrer Vergangenheit und in so einer Beziehung zu fröhlich in der Interaktion mit dem Erwachsenen dargestellt würde. Matthias Glasner entgegnete darauf, dass ihm bewusst sei, dass der Schwachpunkt des Films darin bestünde, dass die Lebensgeschichte und Sichtweise des Mädchens nicht ausreichend thematisiert würde, dies letztendlich aber nicht in den Film gepasst hätte und eines eigenen Films bedurft hätte, den er sich aktuell noch nicht in der Lage zu drehen fühle. Die Interaktionen zwischen ihr und dem Erwachsenen seien aber seiner Ansicht nach ausreichend differenziert im Film dargestellt.

Ich denke aber auch, dass die Reaktion des Publikums in diesem Fall damit zu tun hat, dass solche Filme in der Regel eher von kulturell Interessierten und nicht unbedingt von einfacher denkenden Menschen besucht werden. Trotzdem wird es in den Kritiken sicherlich noch genug Anfeindungen geben, die anmahnen einen Pädophilen als Menschen mit Gefühlen darzustellen oder Glasner (IMO absolut unberechtigerweise) vorwerfen, dass er lediglich provozieren wolle.

Selbst bin ich noch nicht ganz zu einem Fazit gekommen, wie ich "This Is Love" aus filmischer Sicht einordnen soll. Teilweise wirkt der Aufbau des Film schon stark konstruiert und abseits der Realität. Dieser Effekt könnte aber auch durchaus gewollt sein, da man laut Regisseur weg von der klassischen Krimi-Ästhetik wollte. Ich denke man kann sagen, er hat eine Art künstlichen Raum für seine Charaktere und deren Gefühlswelten geschaffen. Diese wandeln dabei im Verlauf des Films in ein Wechselbad aus Depression, Selbstmitleid, Selbstzerstörung und teils auch sehr egoistischem Verhalten hinein. Ich denke allerdings auch nicht, dass die Hauptfiguren eines Films unbedingt immer vorbildhaft porträtiert sein müssen - das wäre vermutlich auch ziemlich langweilig.
19.11.09 21:03
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dieter.Gieseking / Website (21.11.09 17:07)
Guten Tag,

vielen Dank für Deine persönliche Filmkritik. Auch ich werde demnächst in diesen Film gehen und dann eine Kritik dazu schreiben und veröffentlichen. Mal sehen, was dabei heraus kommen wird.

Gruß Dieter-K13


SnoopyBoy / Website (22.11.09 16:24)
Meine Antwort:

http://snoopyboy.blogsport.de/2009/11/21/this-is-love-erste-reaktionen-auf-einen-film-zur-thematik-paedophilie/

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